Erschöpfte Menschen kennen keine Lieder? Musik zur Aufmunterung

Den ganzen Tag herumärgern mit dem Kind — und jetzt sollst Du auf der Bettkante hocken und liebevoll ein Abendlied (bitte mit allen Strophen) zum Besten geben?

In vielen Kinderzimmern wird nur etwas hingenuschelt oder der Dreijährigen erklärt “Für ein Schlaflied bist du schon viel zu groß.”
Mindestens ein Schlaflied zu singen, besser noch zwei oder drei fördert nicht nur das Sprachgefühl der Kinder, sondern ist Gratis-Wellness fürs Eltern-Gemüt. Ja, wirklich!
Menschen mit Depressionen empfiehlt man heute neben regelmäßigem Sport und kognitiver Aktivität auch Musiktherapie. Schon schlichtes singen, gern auch im Chor mit anderen, hilft ungemein, um Stress abzubauen.
Ganz skurril: Singen vertreibt außerdem die Angst — unser Hirn schafft es seltsamerweise nicht, gleichzeitig eine Melodie zu “basteln” und Furcht zu empfinden. Dass Menschen im Horrorfilm das Liedchen auf den Lippen erstirbt, wenn etwas Unheimliches um die Ecke geschlichen kommt, ist also nicht nur ein Filmklischee. Zum Glück funktioniert es auch andersherum!

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singen macht glücklich – vielleicht liegt das aber auch am Falsch-Singen ;- )

In “Das glücklichste Baby der Welt” empfiehlt Dr. Karp Eltern, ihr Baby nicht mit langsamen Liedern zur Ruhe zu führen, sondern einen “Baby-Rock’n’Roll” z. B. zu schnellen Beatles-Liedern mit dem Baby auf dem Arm zu tanzen.

Ich bin einen Schritt weitergegangen und habe dazu den Text mitgesungen — und es tat richtig gut.

Look what you’re doing

I’m feeling blue and low

Would it be too much to ask of you:

What you’re doin to me?!”

oder das Kampflied aller frischgebackenen Eltern “I’m only sleeping”:

When I wake up early in the morning

Lift my head

I’m still yawning

When I’m in the middle of a dream

Stay in bed, float upstream …

Es hat ja niemand gesagt, dass Du um ein Kind herum nur Kinderlieder singen darfst!

Wichtig: Nicht oder nur am Anfang zu Playback mitsingen. Der positive Effekt auf Kind und Eltern stellt sich nur ein, wenn wir allein das Lied “konstruieren” (ohne CD/MP3-Track im Hintergrund). Nur das löst die Schwingungen in Dir aus, die so gut tun.
Google doch mal die Texte Deiner Lieblingslieder und leg einfach los (“lyrics” und Liedtitel)!

Schlaflieder, wenn man auf 180 ist?

Gerade in der Trotzphase ist es für Eltern wie Kind sehr heilsam, den anstrengenden Tag mit einem Lied ausklingen zu lassen. Kann sein, dass Dir oder Dir und Kind “Der Mond ist aufgegangen” zu behäbig ist, um es mit Wut im Bauch zu singen. Probier andere Kinderlieder aus, bis Du eins findest, das passt. (Wanderlieder wie “Im Frühtau zu Berge” funktionieren oft gut.). Geh nach der Methode “fake it till you make it” vor: Sing alle Strophen mit Gefühl (!) vor, auch wenn Du eigentlich lieber schreien oder weinen würdest. Und Du wirst sehen: Am Schluss des Liedes geht es Dir viel besser!

Alternativen zu Liedern

Wenn Du nicht am Kinderbett sitzt, sondern nur für Dich allein Frust und Stress abbauen willst, kannst Du auch wortlos chanten (es muss ja nicht „Oooooom“ sein – tut aber gut ;- ) oder Mantras singen. Schau z. B. mal im YouTube-Kanal der Love Keys vorbei (eins meiner Lieblingslieder: Omkaram. Das beginnt ganz langsam und wird dann immer schneller und beschwingter.)
Probier auch mal die Bienen-Atmung aus dem Yoga aus. Dazu folgt bald ein Blogpost auf Land der Abenteuer.

 

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