Schwabbelbauch weg nach der Schwangerschaft

Heute wird Little Caveboy 5 Jahre alt.

Ich sitze ihm perplex am Frühstückstisch gegenüber und denke mit einem Lächeln zurück an seine Geburt, die mit all ihren schönen und Slapstick-Momenten aus einer Hollywood-Komödie stammen könnte.

Dann durchzuckt es mich: Er wird tatsächlich schon 5! Dabei ist er doch quasi erst … äh … gestern geboren worden. ;-)

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verschwitztes Selfie mit heroisch eingezogenem Bauch ;-)

Dass ich noch immer den „frisch nach der Schwangerschaft“-Schwabbelbauch habe, trotz fast täglichem Gang zum Training, habe ich vor mir mit „das dauert bei mir immer lange nach der Schwangerschaft“ entschuldigt.

Stimmt auch und ich halte auch nichts von Hauruck-Diäten und hektischem Cardio, während man ein kleines Kind an der Backe hat.

Aber heute ist mir eingefallen, während ich meinen beiden Kiddies gegenübersaß, dass ich nach der Geburt des Big Caveboys jeden Tag (!) Bauchmuskelübungen gemacht habe. Ich habe Vitamin C und Calcium-/Magnesium genommen, viel Wasser getrunken und grünen Tee, bin jeden Tag steil bergauf mit Hund und Kinderwagen durch den Essener Wald gesaust. Und trotzdem hat es 2 Jahre gedauert, die überschüssigen Schwangerschaftspfunde loszuwerden und nochmal 1 weiteres Jahr, um den Bauch zu straffen. Ich erinnere mich genau daran, dass ich kurz davor war aufzugeben … ein ganzes gottverdammtes Jahr lang habe ich jeden Tag Bauchmuskelübungen gemacht. Jeden. Einzelnen. Tag.

Man konnte unter dem Schwabbelfett ganz deutlich harte Bauchmuskeln fühlen — vorne und an den Seiten (die an den Seiten finde ich besonders schön, um eine schöne Taille zu machen). Aber auf Fotos im Bikini sah ich trotzdem gruslig aus … sogar im T-Shirt, wenn ich vergaß, den Bauch einzuziehen. Ich habe gedacht: „Fuck it, dann kann ich es auch lassen. Was habe ich schon von unsichtbaren Bauchmuskeln?!“ (Heute weiß ich: sie helfen super, um Rückenschmerzen zu verhindern und um unsere Organe zu stützen. ;-) Ich habe halbherzig noch ein paar Wochen weiter gemacht, habe die nächsten Fotos gemacht — und bin vor Überraschung fast aus den Latschen gekippt, dass sich an den Seiten des Bauches auch ohne heroisches Einziehen Muskeln abzumalen begannen. :-D

Also weiß ich:

  • es dauert
  • ich muss dranbleiben und zwar jeden Tag

Dieses Mal wird es noch länger dauern, da es mein zweites Kind und meine dritte Schwangerschaft war. Ein Mythos besagt, dass man als Frau die Kilos, die man noch als Übergewicht aus der letzten Schwangerschaft hat, unbedingt loswerden muss, bevor man wieder schwanger wird. Ansonsten kleben diese Kilos „für immer“ an uns und wir können auch mit Extrem-Sport nach der Geburt von Kind 2 immer nur zu dem Übergewicht nach Kind 1 zurückkehren — nicht wieder zu unserem ursprünglichen Normalgewicht als Erwachsene.

An den Mythos glaube ich nicht, aber ich habe schon das Gefühl, dass es schwieriger ist. Vielleicht aber eher, da der Körper das Übergewicht vor Schwangerschaft 2 als „Setpoint“ abgespeichert hat. Oder weil man schlicht ein paar Jahre älter ist als nach Kind 1.

Da ich seit 2 Jahren viel mehr Sport mache, als nach der Geburt von Big Caveboy, habe ich mich nicht um die Details geschert, die mir damals, vor Schwangerschaft 2, den flachen trainierten Bauch beschert haben. Das wird ab jetzt anders!

Mach mit bei der Challenge! #1jahrund4wochenbauchtraining (Voll das eingängige Hashtag, oder? LOL)

Ich gehe davon aus, dass deine Schwangerschaft mindestens mehrere Monate zurückliegt und dein Arzt dir gesagt hat, dass du wieder jede Sportart machen kannst.

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TÄGLICH

  • Bauchmuskelübungen: Plank vorn, seitliche Plank auf beiden Seiten, Sit-ups (ohne Rückenbelastung), Triangles (aus dem BJJ), Beine über dem Boden schweben lassen, Kerze. Ich mache vormittags ein Set und abends eins; jedes Set dauert etwa 5 Minuten. Wer frisch einsteigt, macht weniger — ich habe nach Schwangerschaft 1 nur Planks (gerade, seitlich) und sit-ups mit Beckenbodenaktivierung gemacht.
  • Bauchdehnung — direkt nach den Bauchmuskelübungen. Lang ausstrecken auf dem Boden, mit Zehen und Fingern nach oben und unten „ziehen“.
  • 2x 500 mg Vit C und/oder Zitronensaft im Wasser
  • abends 1,2 g Calcium und ca. 500-600 mg Magnesium
  • Wasser-Intake aufschreiben: 2 l am Tag. Zusätzlich: 1 Kanne Grünen Tee, Ingwerwasser
  • täglich stramm „bergauf gehen“. Du kannst das ja in echt machen. Ich muss es hier auf dem Laufband nachbauen. Wie lange müssen wir ausprobieren. Wegen meiner lädierten Knie kann ich nicht laufen, vor allem nicht auf dem Laufband, daher bastelst du dir den Cardio-Teil am besten selbst. Ich habe jeden Tag ein Cardio-Programm im Dojo, vor dem Jiu Jitsu Training, daher würde ich mich auf das beschränken, was ich habe.
  • Push-ups, für den Ganzkörper-Tonus. Wegen der Armverletzung kann ich immer noch keine Pushups machen. Ich war schon bei über 20 und schaffe jetzt 3 bis 5, bevor mein Arm höllisch weh tut.

Am besten beim Fettabbau haben mir hier in Katar die KETTLEBELLS geholfen — und das mit minimalem Zeitaufwand. Mit nur 3 x pro Woche Kettlebell-Training, jeweils etwa 10-15 Minuten, habe ich innerhalb von ein paar Monaten meinen Körperfettwert von über 28 Prozent auf 23,5% gesenkt. Wegen der Jiu Jitsu Verletzungen kann ich seit 8 Monaten nicht mit Kettlebells trainieren. Das ist auch der Grund (glaube ich), warum mein Gewicht trotz Jiu Jitsu-Training eher bergauf geht und meine Figur runder und nicht straffer geworden ist. :-( Wenn du jemanden kennst, der dir die richtige Handhabung von Kettlebells zeigen kann, dann probier sie mal aus. Es macht richtig Spaß — und bringt richtig viel. Swings (mit beiden Armen) für den Fettabbau, Squats für den Knackpo und dann ein paar Kettlebell-Übungen für einen straffen Bauch.

Wie ist dein Plan? Was wirst du 1 Jahr lang durchhalten? Halte die Übungen möglichst einfach, damit du sie immer und überall machen kannst. Mach lieber nur 1 Übung jeden Tag, als 10 Übungen für ein paar Wochen und dann nicht mehr.

See you soon :-x