Mit kleinen Kindern das Wochenende überstehen

Das Wochenende beginnt spätestens um 8 Uhr. Wenn wir Glück haben. Bei vielen Eltern fragt schon um 6 Uhr ein erschreckend munteres Kinderstimmchen: “Wann gibt’s denn Frühstück?”
Von 8 bis 20 Uhr ist in den meisten Familien Kinder-Action angesagt, plus der ganz normalen Logistik eines modernen Lebens: Lebensmittel kaufen, Klamotten shoppen, neue Kinderschuhe alle paar Monate, ebay abgrasen, alles putzen/waschen/verräumen, das während der Woche liegen geblieben ist, Ausflüge, Kinderschwimmkurs für die Kleinen. Und ganz viele Eltern bringen sich inzwischen Arbeit mit ins Wochenende, weil sie während der Woche nicht alles schaffen.
All diese Todo’s treffen auf Kinder, die einen Kindergarten-Alltag gewöhnt sind, inklusive verschiedenster Spiel- und Bastelangebote, Spielen mit Freunden, Auslauf und Austoben im Freien. Kein Wunder, dass manche Eltern dem Montag freudig entgegensehen, wo sie endlich nicht mehr 48 Stunden am Stück für Kiddie-Entertainment und Trotzanfälle zuständig sind.

Happy Weekend mit Kindern

Das Motto heißt: Kinder beschäftigen, ohne sie oder Mama und Papa völlig auszupowern. Überforderte, müde Kinder sind Trotzkinder — genauso wie gelangweilte, unterforderte Kinder.

Wieso in die Ferne schweifen …

Also lieber einen Barfußpfad in der Umgebung finden, als mit den Kindern gemeinsam vier Stunden beim Ikea rumzudüsen. Das ist zwar für kleinere Kinder auch spannend — aber alle Beteiligten, auch Mama und Papa, sind am Nachmittag dann platt.
Aus demselben Grund exzessive Shopping-Touren vermeiden (siehe auch “Wer kauft hier was ein?” im Trotzphasen-Survivalguide). Auch wenn es in vielen Einkaufszentren Indoor-Spielplätze gibt, ist die ganze Atmosphäre, Geräuschpegel, Luft … prädestiniert dafür, Eltern und Kindern unbemerkt die Nerven blank zu legen.

Aktivitäten vorplanen!

Zum Familienfrieden trägt bei, kurz im Internet oder per Telefon zu prüfen: Hat unser Ziel geöffnet? Ab wann? Gibt es eventuell besondere Events dieses Wochenende – sprich: es wird viel voller, andererseits kriegen Ihre Kinder was geboten. Gibt es längere Anfahrten, besorgen Sie einen Rücksitzgefährten für Ihr Kind (siehe das Kapitel „Sind wir bald da?“ im Trotzphasen-Survivalguide).
Vorplanen heißt auch: Eintrittskarten vorbestellen und vorab bezahlen (das funktioniert schon bei vielen Zoos etc. via Internet oder Handy).
Und überwinde dich, das Wochenende antizyklisch zu verbringen: Früh am Morgen aufbrechen, um die Besucherhorden ab 11 zu umgehen. Dafür erst am Nachmittag einkaufen gehen, wenn die anderen sich irgendwo die Beine in den Bauch stehen. Oder einer von beiden Partnern kauft am Abend ein, während der andere die Kinder ins Bett bringt. Das gibt auch mehr Zeitfreiräume, um z. B. ins Schwimmbad zu gehen, wenn es noch/wieder leer ist. Probiert aus, was für eure Ziele und Einkaufsstätten die günstigsten Zeiten sind und haltet es schriftlich fest. Im Kindertrubel vergisst man es sonst leicht.
Die “rituelle” Frage am Abend einführen “Was fandest du heute am schönsten?” – und dann auch wirklich hinhören. So kannst du herausfinden, was deinem Kind wirklich im Gedächtnis geblieben ist (siehe auch Lebensträume von Kindern im Kapitel “Kleine Häwelmänner” des Trotzphasen-Survivalguides).

Mama-Zeiten, Papa-Zeiten

Jeder Erwachsene in der Familie sollte tagsüber mindestens 1 kinderfreie Stunde pro Wochenendtag bekommen. Das klingt nicht viel, geht aber in Familien mit mehr als einem Kind häufig unter. Man/frau glaubt, man hat das Kind beim Partner geparkt – aber da Mama oder Papa “sowieso” gerade in der Küche die Spülmaschine ausräumt, ist sie bzw. er doch zuständig, wenn der Spross Durst hat, ein Wehwehchen, etc.

Alle zusammen, nicht immer alle nebeneinander

Pro Tag eine Indoor-Familienaktivität einplanen, bei der auch wirklich alle dabei sind. Zum Beispiel Brettspiele. Damit alle motiviert sind und nicht immer das gleiche drankommt, darf sich jedes Familienmitglied fürs Wochenende ein Spiel aussuchen; das darf auch sein “Wir spielen alle zusammen mit meiner Playmobil-Feuerwehrstation”. Und dann nicht pro forma ein bisschen mitspielen, sondern wirklich eine halbe Stunde durchhalten!

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